Naturpark mal neun

Die Landschaft im Naturpark Rheinland ist vielfältig: Neun unterschiedliche Naturlandschaften laden dazu ein, entdeckt zu werden. Jede von ihnen hat ihren besonderen Reiz und bietet unterschiedliche Möglichkeiten zur Erholung.

Die Entstehung der Landschaften

Der Naturpark Rheinland liegt in der Südspitze der Niederrheinischen Bucht. 

Der überwiegende Teil des Naturparks ist flach. Jedoch durchzieht die Ville, ein etwa 50 km langer Höhenzug, den zentralen Teil des Naturparks in seiner Längsrichtung. Im Süden erhebt sich außerdem das Drachenfelser Ländchen sowie der Übergang zur Eifel. 

Mit 80 bis 100 Metern ragt die Ville über die Börde und die Rheinebene hinaus. Sie entstand durch Bewegungen der Erdoberfläche, die bis ins Erdzeitalter des Tertiärs (vor ca. 65-23 Millionen Jahren) zurückreichen und bis heute andauern. Sie ist ein sogenannter tektonischer Horst.

Auch das heutige Landschaftsbild des Drachenfelser Ländchens entstand im tertiären Erdzeitalter. Vulkanische Aktivitäten haben die Basalt- und Trachytkuppen geschaffen, die der Landschaft heute einen Mittelgebirgscharakter verleihen. Hier liegt auch der Rodderberg, einer der jüngsten Vulkane Westeuropas, welcher aus dem späteren Quartär (vor ca. 2,4 Millionen Jahren) stammt.

Der Mensch prägt das Landschaftsbild

Bereits früh wurde das Gebiet des heutigen Naturparks durch den Menschen besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Die Gründe hierfür reichen bis in die kalteiszeitlichen Phasen des Erdzeitalters Quartär (vor ca. 2,4 Millionen Jahren) zurück. Damals lagerten Rhein- und Eifelflüsse Sedimente ab und der Wind verwehte den besonders fruchtbaren Löss in die heutigen Bördelandschaften. Im Laufe der Jahrmillionen verfestigte sich dieser und entwickelte sich zu einem sehr ertragreichen Boden: der sogenannten Braunerde.

Ein weiterer für Mensch und Landschaft prägender Prozess fand bereits im Tertiär (vor ca. 65-23 Millionen Jahren) statt: Aus tropischen Sumpfwäldern, die mehrmals vom Meer überflutet wurden, entstand unter Luftabschluss und enormem Druck die Braunkohle. Der Abbau dieses Rohstoffes formte das Bild der Landschaft im mittleren und nördlichen Teil des Naturparks. Die heutigen Seen der Ville-Seen-Platte sind aus ehemaligen Braunkohlegruben des 19. Jahrhunderts entstanden. Die jungen Wälder sind zum großen Teil ein Ergebnis der Rekultivierungsmaßnahmen. Sie wurde nach dem großflächigen Abbau der Braunkohle im 20. Jahrhundert durchgeführt.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den einzelnen Landschaften im Naturpark Rheinland: