
19.09.2011
Naturpark sucht Lösungen für das stark frequentierte Naherholungsgebiet
Auf Einladung des Naturpark Rheinland diskutierten am Mittwoch, dem 14.09.2011 im Vereinshaus der Hürther Ruder Gesellschaft Vertreter des Naturparks, der Stadt Hürth, des Regionalen Forstamtes, des Rhein-Erft Kreises und der ansässigen Vereine aktuelle Probleme am Otto-Maigler See.
Der See gehört zu den beliebtesten Ausflugzielen im Naturpark Rheinland. In den Sommermonaten suchen wöchentlich mehrere tausend Besucher das westlich von Köln gelegene Naherholungsgebiet auf, um dort zu baden, zu wandern oder verschiedene Wassersportarten auszuüben. Aufgrund des hohen Besucheraufkommens kommt es häufiger zu Konflikten, die jetzt im Rahmen eines Runden Tisches diskutiert wurden, um die Situation vor Ort wieder zu verbessern.
Größtes Problem aus Sicht aller Beteiligten, ist das enorm gestiegene Müllaufkommen. Den Naturpark Rheinland, in dessen Verwaltung sich der See befindet, stellt die jährlich steigende Zahl von notwendigen Sonderreinigungen vor große finanzielle Probleme. Allein der Aufwand für die Müllentsorgung beträgt rund 20.000 Euro. „Damit sind die finanziellen Möglichkeiten des Naturparks vollkommen ausgeschöpft“ so Harald Sauer, der Geschäftsführer des Naturparks.
In Frage gestellt wurde, ob Maßnahmen, wie zusätzliche Mülltonnen und Reinigungen erfolgreich wären, denn nach Einschätzung vom Hürther Ordnungsamtleiter Werner Olligschläger kann das auch zu neuen Problemen durch „Mülltourismus“ führen. Der zuständige Revierförster Frank Pechtheyden verwies darauf, dass die Zahl der Abfalleimer im Wald deutlich reduziert wurde und die Forstverwaltung damit sehr gute Erfahrungen macht. Ein Modell, das nach Meinung des Runden Tischs auch für den Otto-Maigler-See auf Probe angewendet werden kann. Die eingesparten Mittel sollen dann in Maßnahmen investiert werden, mit denen gezielt gegen die Verursacher des Müllproblems vorgegangen werden kann.
Verantwortlich hierfür macht Strandbadbetreiber Erwin Hausmann vor allem die immer größere Anzahl an Personen, die meist am Wochenende unerlaubt in den Uferbereichen des Sees grillen und private Partys feiern. Ein Problem, das nach Meinung der ortsansässigen Vereine nur schwer zu lösen ist. Denn leider zeigen sich die Personen nur selten einsichtig und reagieren äußerst aggressiv auf entsprechende Hinweise.
Eine mögliche Lösung könnte ein privater Sicherheitsdienst sein, der begleitet von den zuständigen Ordnungsbehörden, künftig mit Bußgeldern und Platzverweisen verstärkt gegen uneinsichtige Besucher vorgeht. Ergänzend soll ein neues Beschilderungskonzept die Besucher an markanten Stellen deutlicher auf Ge- und Verbote hinweisen. Außerdem wird geprüft, ob ein öffentlicher Grillplatz Abhilfe schaffen kann.
Die verschiedenen Vorschläge werden jetzt in kleineren Arbeitsgruppen geprüft. Anfang des kommenden Jahres soll dann der Runde Tisch entscheiden, welche Maßnahmen vor der neuen Badesaison umgesetzt werden können.