Pfarrkirche St. Martinus

Die heutige neugotische Pfarrkirche St. Martinus wurde von Theodor Roß entworfen und von 1902 - 1904 errichtet.  Die dreischiffige gestufte Hallenkirche hat drei Doppel- und ein an den Turm anschließendes Einzeljoch, ein Querhaus und einen zweijochigen Chor sowie einen ca. 56 m hohen Westturm. 1908 wurde aus Anlass der Seligsprechung Christinas von Stommeln (1242 – 1312) der Christinaaltar im linken Querhaus gebaut.

Wegen starker Rissbildung vor allem in den Gewölben wurde die Kirche 1983 geschlossen und bis 1992 saniert. Der Westturm wurde durch eine neue Tiefengründung (insgesamt 103 Betonsäulen wurden 13 bis 15 m tief ins Erdreich unter dem Turm gegossen) und die Gewölbe wurden vollständig neu aufgemauert. In der bisherigen großen Sakristei wurde eine Werktagskapelle eingerichtet.
Die Kirche beeindruckt im Innern durch die für eine Dorfkirche ungewöhnliche Weite des Raumes, den Reichtum an Altären, den lückenlosen Kranz wertvoller neogotischer und nachexpressionistischer Fenster und die weitgehend erhaltene neugotische Innenausstattung.

Auf dem Friedhof steht weiterhin die alte Pfarrkirche, die bereits 962 urkundlich erwähnt ist und in der seit dem Bau der neuen Pfarrkirche 1904/5 vorwiegend noch Beerdigungsgottesdienste stattfinden.

Ältestes Ausstattungsstück dieser Kirche ist eine zweiteilige Steinplatte vor dem südlichen Seitenaltar mit der Inschrift einer Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1141. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die untere Hälfte des Westturmes aus Tuffstein.
Die Kirche war ursprünglich eine kleine Saalkirche, die in ihrem Ausmaß dem heutigen Mittelschiff entsprach. Die Pfeilerreihen zu den beiden Seitenschiffen sind die Reste der ehemaligen Außenmauer, die für die Kirchenerweiterung durchbrochen wurden. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und im Barock umfassend restauriert. Der Chor in spätgotischer Form als auch das nördliche Seitenschiff stammen vermutlich aus dem 16. Jahrhundert.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche innen komplett ausgemalt. Wegen des schlechten Erhaltungszustandes sind die Malereien heute bis auf wenige Teile übertüncht. An der Außenseite des westlichsten Joches des nördlichen Seitenschiffes ist der Apostel Philippus sichtbar geblieben; er gehört zu einem Apostelzyklus, der sich über die Außenwände der Seitenschiffe hinzog.

Nach einem Brand 1673 wurde der Turm mit einem steilen Helm versehen und um ein Geschoss erhöht, um eine neue Glockenstube für damals neu gegossene drei Glocken zu schaffen. Durch den 2. Weltkrieg wurde die Kirche in Teilen zerstört und von 1959 - 1967 wiederhergestellt.

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