Krieger-Ehrenmal

Krieger-Ehrenmal, Ooms'sche Keramik (1930)

Das sieben Meter hohe Denkmal entstand 1930 im Auftrag der Gemeinde Frechen als Ergebnis der Zusammenarbeit des Kölner Bildhauers Franz Albermann mit dem Architekten Julius Gatzen und der Köln-Frechener Keramikproduktion, der so genannten Ooms’schen Keramik aus dem Werk „Kalscheuer“. Es erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Die rechteckige Stele ist vollständig mit Keramikplatten verkleidet. Übereinander gesetzte männliche Akte zweier sterbender Soldaten und die darüber thronende Christusfigur stehen für Tod, Auferstehung und Erlösung. Die Auseinandersetzung mit der Trauer findet nicht nur durch die Motivwahl, sondern auch im Aufbau der Plastik statt. Die Christusfigur ist in strenger Frontalansicht als krönender Abschluss der Komposition gezeigt. Durch die Symmetrie in der Hand- und Fußhaltung erscheint sie starr und unbeweglich im Gegensatz zu der dynamischen Darstellung der sterbenden Krieger, deren Körperhaltungen an Michelangelos „Sklaven“-Skulpturen angelehnt sind.

Das Ehrenmal unterscheidet sich stark von anderen zeitgenössischen Gefallenen-Denkmälern, die unter Einfluss von politischen Ideologien die Krieger in Kampfausrüstung und mit der Bereitschaft zeigen, für das Vaterland zu sterben. Das Mahnmal in Bachen thematisiert dagegen das Seelenheil und das Finden des letzten Friedens in Gott. Auf Attribute, die im Zusammenhang mit Kampf und Gewalt stehen, wird bis auf das abgebrochene Schwert in der Hand des unteren Kriegers verzichtet.

Die Ooms’sche Keramik wurde in den 1920er bis 1930er Jahren in einer speziell dafür eingerichteten Abteilung des Werks „Kalscheuer“ hergestellt. Die Bezeichnung geht auf den damaligen Leiter der Fabrik Toni Ooms zurück. Er wollte die Kunst einem breiteren Publikum zugänglich machen. Deshalb präsentierte man keramische Plastiken und Baukeramik im öffentlichen Raum und stellte Feinkeramik in Serien her, so dass die Preise auch für die Durchschnittsbevölkerung erschwinglich waren. In den Ooms-Werkstätten wurden in Zusammenarbeit mit Kölner Künstlern wie Franz Albermann (1877-1959), Peter Berens (geboren 1907), Wilhelm Meller (1887-1974), Jacob Joseph Pabst (1879-1950) und Toni Stockheim (1890-1969) viele, zum Teil sehr aufwendige Formen hergestellt.

Dies ist der 4. Punkt auf dem Keramikweg in Frechen.

Adresse

Hubert-Prott-Straße

50226 Frechen-Bachem

(Bilder: Stiftung KERAMION)