Oomssche Keramik Freiheitsring

Ooms‘sche Baukeramik: Kopfplastik am Haus Nummer 82 (1929), zwei Bärenplastiken vor der Häuserreihe (1930) und keramischer Schmuck an den Fassaden (1930)

Die Einfamilienhäuser Nummer 58 bis 78 wurden vom Architekten Julius Gatzen entworfen. Die Vordächer sind am Rand mit braun-gelblichen Steinzeugplatten verkleidet. Diese Gebäude entstanden 1930.

Bärenplastiken

Im Anschluss an das gegenüberliegende Laubenhaus entstanden ebenfalls nach den Entwürfen des Architekten Julius Gatzen die Einfamilienhäuser Nummer 58-78. Ihre statische Reihe wird im Mittelbereich durch die keramischen Plastiken zweier Bären aufgelockert. Sie liegen auf niedrigen Sockeln zu beiden Seiten einer breiten, sich über zwei Eingänge erstreckenden Haustreppe. Einer der beiden Bären, die eine Körperlänge von jeweils einem Meter haben, hält in seinen Pranken einen Ball. Durch dieses Detail wird der Gruppe ein spielerisches Element hinzugefügt, so dass die Bärenfiguren – wie zwei Wächter am Hauseingang postiert – nicht mehr abweisend wirken, sondern zum näher Treten einladen. Auf wen der Entwurf für die Plastiken zurückgeht, ist strittig. Als Bildhauer kommen Franz Albermann und Peter Berens infrage.

Kopfplastik am Haus Nummer 80-82 (1929)

Die am Freiheitsring um 1930 entstandenen Bauten von Julius Gatzen folgen hinsichtlich ihrer klarer Formensprache und Ökonomie den Prinzipien des „Neuen Bauens“. Neben ihren flachen Dächern und Klinkerfassaden zeichnen sie sich vor allem durch die charakteristische Einbindung von keramischen Platten und Profilstücken aus. Die als „Ooms’sche Keramik“ bekannte Bau- und Feinkeramik aus dem Werk Kalscheuer in Frechen diente Gatzen ebenfalls dazu, bestimmte im Baugefüge hervorgehobenen Stellen zu akzentuieren. So markiert der keramische Kopf eines Jünglings mit herausgestreckter Zunge von Bildhauer Peter Berens dieses Wohn- und Geschäftshaus Nummer 80-82.

Dies ist der 26. Punkt auf dem Keramikweg in Frechen.

Adresse

Freiheitsring 58-82

50226 Frechen

(Bilder: Stiftung KERAMION)