Steinzeugfabrik "Cremer & Breuer"

Teilstück vom „Tunnelofen 5“ (gebaut 1966) der Steinzeugfabrik „Cremer & Breuer“ (1906-1997), Abriss: Januar 2019


Das zunächst als Dachziegelfabrik gegründete Unternehmen „Cremer und Breuer“ hatte schon früh den Betrieb auf die Anfertigung von Tonröhren ausgerichtet. Innerhalb kurzer Zeit stellten sich die ersten Erfolge ein. Zusammen mit dem Werk „Kalscheuer“ unter der Leitung von Toni Ooms gründete Jakob Cremer eine Exportgesellschaft, die ihre Produkte bis nach Argentinien lieferte. So konnte die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fehlende Nachfrage innerhalb Deutschlands durch Auslandsaufträge ausgeglichen werden. Bis 1940 war „Cremer & Breuer“ das größte Steinzeugunternehmen in Frechen und die Muttergesellschaft einer Firmengruppe, die die größten Töchterunternehmen deutschlandweit besaß.


Nach dem Tod von Jacob Cremer übernahm sein Sohn Gottfried Cremer die Leitung der Fabrik und widmete sich der Weiterentwicklung der keramischen Technologie. Mit einer sehr großen Anzahl von Patenten errang er die führende Stellung. Besonders die 1951 entwickelten Tunnelöfen verschafften ihm einen wirtschaftlichen Vorteil. Diese machten eine automatisierte Herstellung der Kanalisationsrohre in stetig größeren Baulängen möglich. Der noch in Teilen erhaltene Tunnelofen 5 aus dem Jahr 1966 ersetzte den letzten technisch überholten Kammerofen und steht heute unter Denkmalschutz. Er erinnert an das hier angesiedelte Werk. Der Marktdruck durch Kunststoffrohre (bei geringen Weiten) und Betonrohre (bei großen Durchmessern) wurde zunächst durch Rationalisierung, Mechanisierung und Konzentration auf den Standort Frechen aufgefangen, führte aber dennoch 1998 zur Schließung und 2010 zum endgültigen Abbruch der Steinzeugfabrik „Cremer & Breuer“ in Frechen.


Dies ist der 34. Punkt auf dem Keramikweg in Frechen.

Öffnungszeiten

Besichtigung ist nur von außen möglich

Adresse

Dr.-Gottfried-Cremer-Allee

50226 Frechen

(Bilder: Stiftung KERAMION, Fotograf unbekannt, undatiert)