Historische Töpferöfen

Historische Töpferöfen für Irdenware und Steinzeug (17.-19. Jh.)

1986 wurden im Zuge von archäologischen Untersuchungen in der Broichgasse im Frechener Oberdorf die Reste von zwei Steinzeugöfen und zwei Irdenwareöfen freigelegt. Sie konnten in das 17.-19. Jahrhundert datiert werden. Zwei davon sind konserviert, restauriert und überdacht worden. So kann die Außenstelle „Historische Brennöfen Broichgasse“ ganzjährig von außen besichtigt werden. Ein Steinzeug- und ein Irdenwareofen waren hier unmittelbar aneinander gesetzt, allerdings mit jeweils entgegen gesetzter Betriebsrichtung. Beide vom Typ „liegende Öfen“ sind im Originalzustand mit Heizerplatz, Feuerungsraum und der eigentlichen Brennkammer sowie dem Kaminansatz sehr gut erhalten.

Auf den Informationstafeln vor Ort wird die Funktionsweise der Öfen erklärt.

Seit Mitte der 1960er Jahre sind die Überreste von rund 50 Brennöfen aus Frechener Töpferwerkstätten bei Erdarbeiten im Stadtgebiet erfasst worden.

Sie dienen zusammen mit der ebenfalls aufgefundenen fehlerhaften Keramik, die von den Töpfern entweder in stillgelegten Öfen oder in der Nähe der Ofenanlagen abgeworfen wurde, als zuverlässiges und aufschlussreiches Material zur Erforschung der Keramikgeschichte und der Frechener Stadtgeschichte.

Die Brennöfen und die Keramik sowie fast 500 Namen und einzelne Lebensdaten der „Kannenbäcker“ und „Düppenbäcker“ aus Frechen bezeugen die lebhafte örtliche Handwerkstätigkeit spätestens vom 14. Jahrhundert bis in das frühe 20. Jahrhundert. Das Töpfergewerbe hatte bis zur beginnenden Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts die wirtschaftliche, die soziale und die kulturelle Struktur von Frechen entscheidend geprägt. Ausführliche Dokumentationen zur Frechener Töpfergeschichte zeigt das KERAMION.

Den Verkauf der Frechener Töpfereiprodukte besorgten früher neben wandernden Händlerinnen und Händlern vor allem Großkaufleute aus Köln, den Niederlanden und aus England. Die in Massen hergestellten irdenen Gefäße und die Steinzeuggefäße fanden Absatz auf den Burgen und Höfen in Frechen und der ländlichen Umgebung sowie in der benachbarten Metropole Köln. Speziell die Steinzeugprodukte, darunter auch der berühmte „Bartmannkrug“, galten vom 16. bis in das 18. Jahrhundert als begehrte Handelsware in Europa und Übersee.

Dies ist der 16. Punkt auf dem Keramikweg in Frechen.

Öffnungszeiten

Besichtigung nur von außen möglich

Adresse

Broichgasse

50226 Frechen

(Bilder: Stiftung KERAMION)