Schwalben bringen Glück!

Beitrag zum Artenschutz für Mehlschwalben im Naturpark Rheinland. Verband Deutscher Naturparke e. V. hilft mit Unterstützung von Generali Deutschland bei Artenschutzprojekten in Naturparken.

Pünktlich zur Rückkehr der Mehlschwalben Anfang April bieten Hausbesitzer im Naturpark Rheinland dieser Schwalbenart neue Nisthilfen an. Finanziert von Generali Deutschland konnte der Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) in Deutschland verschiedene Naturparke gewinnen, Artenschutzmaßnahmen für bedrohte Vogelarten umzusetzen, so auch im Naturpark Rheinland.

Der Naturpark Rheinland konnte mit Unterstützung der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft e.V. in den Kommunen Gymnich, Konradsheim, Lechenich und Herrig acht HausbesitzerInnen gewinnen, 50 künstliche Mehlschwalbennester (25 Doppelnester) an ihre Häuser anzubringen.

“Früher war das normal, da flogen überall Schwalben in den Dörfern. Das ist leider stark zurückgegangen. Ich freue mich, dass ich den Schwalben helfen kann und hoffe, dass sie bei mir einziehen!“ berichtet eine Hausbesitzerin.

Leider geht die Akzeptanz und damit der Lebensraum der Schwalben im Gebiet des Naturparks Rheinland immer weiter zurück.

Mit der Biologischen Station hat der Naturpark Rheinland eine kompetente Partnerin gewinnen können, die bereits gute Erfahrungen damit gesammelt hat, kostenlose Schwalbennisthilfen und gleichzeitig so genannte Kotbretter fachmännisch an geeigneten Hausfassaden anbringen zu lassen. Auf diese Weise ist der Aufwand für die Hausbesitzer minimal, der Gewinn für die geschützte Vogelart jedoch enorm: Da Schwalben ausgesprochene Koloniebrüter sind, kann jedes erfolgreich besetzte Nest zur Stärkung der Population im Naturpark beitragen.

Die Zusammenarbeit mit „schwalbenfreundlichen“ Hausbesitzern dem Naturpark Rheinland und Naturschutzakteuren vor Ort stellt die Nachhaltigkeit der Maßnahme sicher – hier sind die Schwalben willkommen!


Hintergrund:

Die Mehlschwalbe kommt als Zugvogel und Sommerbote im April nach Deutschland, um hier zu brüten und bis in den September hinein ihre Jungen großzuziehen. Durch das bewusste Entfernen von Nestern, die moderne Bauweise von Häusern (glatte Fassade) und auch das fehlende Nahrungsangebot (Insektensterben) ist die Mehlschwalbe in ihrem Bestand gefährdet.

 

Kurzportrait Mehlschwalbe:

Die Mehlschwalbe ist etwa 13-15 cm groß. Das Gefieder beider Geschlechter ist an Kopf, Rücken, Schwanz und der Oberseite der Flügel blauschwarz. Im Kontrast dazu steht die Weißfärbung der gesamten Körperunterseite und des Bürzels. Auch die kurzen Beine und die Füße sind weiß befiedert. Im Vergleich zur Rauchschwalbe ist der Schwanz weniger stark gegabelt. Ihre Nahrung besteht aus Luftinsekten, sie brütet in Kolonien und baut beinahe geschlossene Lehmnester an Außenwänden von Gebäuden. Im Flug ruft die Mehlschwalbe „schrrip“ oder „brrit“.

Über den VDN e. V.

Der Verband Deutscher Naturparke e. V. ist der Dachverband der deutschen Naturparke. Er ist zusammen mit dem Verband Nationale Naturlandschaften e. V. Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“. Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) bewahren als Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands gemeinsam mit allen Menschen faszinierende Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft mit Zuversicht nachhaltig.
www.naturparke.de   -  www.nationale-naturlandschaften.de

 

Über den Naturpark Rheinland

Unmittelbar vor den Toren der Städte Köln und Bonn liegt der über 1.000 km² große Naturpark Rheinland: ein Schutzgebiet zum Anfassen, Erleben und Mitmachen. Die einzigartige landschaftliche Vielfalt bestehend aus Wäldern, Flüssen, Seen und hügeligen Vulkanen wechselt sich ab mit ebenen Agrarlandschaften und idyllischen Dörfern. Es gibt herausragende Sehenswürdigkeiten, wie die zum Weltkulturerbe ernannten Barockschlösser Augustusburg und Falkenlust, aber auch ein unbegrenztes Sport- und Freizeitangebot. Egal ob Wanderer, Radfahrer, Naturliebhaber, Jogger, Skater oder Wassersportler – der Naturpark Rheinland macht die Besonderheiten seiner Landschaftsräume für Sie erlebbar. www.naturpark-rheinland.de

 

Über die Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V.

Die Biologische Station arbeitet seit 2001 im Stadtgebiet Bonn und seit 2004 teilweise bzw. seit 2012 im gesamten Rhein-Erft-Kreis als Vermittlerin zwischen amtlichem und ehrenamtlichem Naturschutz. Die Aufgaben reichen von der Erfassung wildlebender Tiere, Pflanzen und Lebensräume über die Erstellung und Umsetzung von Pflegekonzepten in Schutzgebieten bis hin zur Beratung von Landwirten für eine naturschutzverträgliche Landnutzung. Ein Schwerpunkt der Arbeiten besteht in der Betreuung von Naturschutzgebieten und der Pflege von Feucht- und Grünflächen als auch Streuobstwiesen. Ein besonderes Augenmerk liegt in der Öffentlichkeitsarbeit, wie beispielsweise in Führungen, Exkursionen und Vorträgen. www.biostation-bonn-rheinerft.de

© Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V.
Die Doppelnester wurden von einem lokalen Dachdeckerbetrieb angebracht.
© Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V.
Kotbretter müssen mit einem Abstand von wenigstens 50 cm unterhalb der Nester angebracht werden, da sie sonst den Anflug der Vögel behindern.
© Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V.
Der Gymnicher Hans-Josef Zens (links) freut sich über vier Schwalben-Doppelnester. Astrid Mittelstaedt (rechts) von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft hat die Aktion koordiniert.